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Zum 01. Januar 2003 wurden die Forstreviere Niederöfflingen und Niederscheidweiler des
Forstamts Wittlich in der Verbandsgemeinde Manderscheid zum Forstrevier Öfflingen zusammengelegt. Das Revier Öfflingen besteht aus zehn Gemeinden, einem Kirchenwald von 13 ha mit Anschlussvertrag und Kleinprivatwald.
Eine Gemeinde des Forstreviers Niederöfflingen wechselte in das benachbarte Revier Eckfeld-Manderscheid. Da diese Gemeinde zwei Forstwirte beschäftigte wovon einer mit samt seinem Arbeitgeber in das Revier Eckfeld-Manderscheid wechselte, verblieb der Andere im neu gegründeten Revier Öfflingen. Um diesem Mitarbeiter eine neue Anstellung zu ermöglichen und auch alle anderen Gemeinden des Forstreviers mit in die Verantwortung für die insgesamt drei Forstwirte und den bestellten Forstwirtschaftsmeister zu nehmen, wurde durch die neun Gemeinden mit einer reduzierten Holzbodenfläche von jeweils über 50 ha ein Forstzweckverband (FZV) zur Beschäftigung der Waldarbeiter gegründet. Hierdurch wurden die Beschäftigten aus ihrem Anstellungsverhältnis zu einzelnen Gemeinden herausgelöst und in eine Anstellungskörperschaft, die von den neun Gemeinden gebildet wird, überführt.

Probleme der Bewirtschaftung kleiner Gemeindewaldbetriebe

Die Beplanung und anschließende Bewirtschaftung dieser relativ kleinen Einzelbetriebe, die eine reduzierte Holzbodenfläche zwischen 62 und 225 ha aufweisen, verhindert häufig einen optimalen Betriebserfolg. Man kann zum Beispiel keine Hiebszüge bilden und muss unter Umständen sogar Hiebe über mehrere Jahre verteilen. Dies behindert besonders in Zeiten der hochmechanisierten Holzernte die optimale Wertschöpfung. Um ein exaktes Budgetziel zu erreichen, ist es häufig unvermeidlich relativ kleine Holzmengen zu ernten. In Zeiten der Käuferkonzentration stellt eine Vermarktung derartiger Kleinmengen vielfach ein Problem dar.
Des Weiteren können kleinere Betriebe mit ihrer eingeschränkten Holzausstattung kaum auf Nachfrageschwankungen im Holzmarkt reagieren. Dies kann im Extremfall dazu führen, dass nicht zur Marktlage passendes Holz weit unterpreisig verkauft werden muss, bzw. die beträchtlichen Fixkosten eines Gemeindewaldbetriebes aus allgemeinen Haushaltsmitteln gedeckt werden müssen.
Darüber hinaus ist eine umfangreiche Verwaltungstätigkeit notwendig mit sehr vielen Buchungen und Kontrollen um jedem Betrieb gerecht zu werden.

Gemeinsame Bewirtschaftung durch den Forstzweckverband (FZV)

Vor dem Hintergrund dieser Probleme entstand in zahlreichen Gesprächen mit den Mitgliedern die Idee, die Aufgaben des FZV um die gemeinsame Bewirtschaftung der Mitgliedswälder zu erweitern. Der daraus entstehende wesentlich größere Betrieb, würde die oben genannten strukturellen Schwächen weitgehend ausgleichen.

Es wurden drei Grundsatzentscheidungen zu Beginn der Diskussion gefällt:

1. Das Eigentum der Gemeinden bleibt unberührt.
2. Der Zweckverband wird nicht größer als das Forstrevier.
3. Ein Nachweis der Naturalbuchführung muss pro Eigentümergemeinde möglich sein.

Danach fanden mehrere Gespräche mit der Zentralstelle der Forstverwaltung (ZdF) in
Neustadt a.d. Weinstraße zur Klärung der rechtlichen und verwaltungstechnischen Fragen statt.
Bei der Lösung dieser Fragen wurden wir sehr engagiert von der ZdF unterstützt.

Zur Entwicklung einer Verbandsordnung wurde durch die neun Ortsbürgermeister eine
Arbeitsgruppe bestehend aus vier Ortsbürgermeistern und dem Revierleiter gewählt. Sie
wurden dabei durch die Verbandsgemeinde Manderscheid, das Forstamt Wittlich und die
ZdF unterstützt. Nach intensiver Beratung und mehreren Anpassungen, wurde die Verbandsordnung von allen neun Gemeinderäten einstimmig angenommen.
Diese Satzung regelt alle Abläufe im FZV. Ein wesentlicher Punkt ist der Schlüssel zur Verteilung der Erträge. Dieser setzt sich zu 60 % aus der reduzierten Holzbodenfläche (Flächenanteil) und zu 40 % aus dem Deckungsbeitrag analog zur Strukturförderung (Wertanteil) zusammen. Die Grundlagen für diese Daten erbringt eine in diesem Frühjahr erstellte Forsteinrichtung für die Dauer der nächsten zehn Jahre.

Inzwischen haben die ZdF und die zuständige Kommunalaufsicht die Satzung bestätigt.

Ab dem Forstwirtschaftsjahr 2008 beginnt die gemeinsame Bewirtschaftung unter anderem mit den folgenden Zielen:

  • Erzielung von Synergieeffekten bei der Bewirtschaftung der Waldflächen und beim Einsatz der Waldarbeiter
  • bessere Reaktionsmöglichkeiten auf die aktuelle Holzmarktsituation
  • Nutzung von Rationalisierungseffekten beim Holzverkauf
  • geringerer Verwaltungsaufwand bei den Ortsgemeinden, den Verbandsgemeinden und der Forstverwaltung
  • die Forsthaushalte der Ortsgemeinden werden durch eine Kostensenkung nachhaltig auf eine wirtschaftlichere Grundlage gestellt.

Ergebnisse der aktuellen Forsteinrichtung (2008 - 20017)

 

Eiche

Buche

Fichte

Douglasie

Kiefer

Gesamt

Holzboden [ha]

391

583

385

317

123

1.799

Hiebssatz [fm]

1.238

2.426

3.156

3.942

889

11.651

Weitere Rationalisierungschancen

Am 03.07.2007 hat die Verbandsversammlung, nach eingehenden Diskussionen sowie einer Exkursion und der umfassenden Information aller beteiligten Gemeinderäte, den Kauf eines zweckverbandseigenen Forstspezialschleppers beschlossen. Durch diese Investition erwartet sich der FZV einen wesentlichen Rationalisierungsschub. Die neue Forsteinrichtung weist genügend Festmeter zur Auslastung der Maschine aus, da der Betrieb u. a. einen hohen Anteil nicht befahrbarer Lagen und große Vorräte starken Laubholzes über geschlossener Naturverjüngung hat. Ferner kann durch die Weiterbildung eines sehr geeigneten eigenen Forstwirtes der Personalüberhang, der sich ebenfalls aus der neuen Forsteinrichtung ergibt, abgebaut werden. Die Nutzung einer Regiemaschine ermöglicht zudem die Erweiterung der bisherigen Holzerntetechniken um integrierte Arbeitsverfahren, was das entscheidende Rationalisierungspotential bedeutet.

In den nächsten Wochen wird im FZV auch die mögliche Übernahme des Revierleiters in den Kommunaldienst diskutiert werden.

Fazit

Die Waldbesitzer sind sich sicher, dass durch den Zusammenschluss zu einem Betrieb, die Nachteile bei der Bewirtschaftung ihrer Einzelbetriebe weitgehend ausgeglichen werden. Durch die in der Satzung festgelegten Regeln bleibt das Eigentum ausdrücklich unangetastet und die Gemeinden haben sowohl bei der Planung als auch bei der Nachweisung ein hohes Mitsprache- und Informationsrecht.- Der Kauf einer eigenen Rückemaschine, unter den speziellen örtlichen Bedingungen, wird noch zusätzliche Rationalisierungsmöglichkeiten eröffnen.

Nach den weit reichenden Beschlüssen, die die Mitglieder getroffen haben, sehen alle Beteiligten den Herausforderungen der Zukunft positiv entgegen.

Bericht:

Franck Neygenfind
Revierleiter

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